Geschlechtskrankheiten
Welche sexuell übertragbaren Krankheiten gibt es eigentlich? Wie kann ich mich schützen?
Durch Körperflüssigkeiten können auch Krankheitserreger (Bakterien, Viren oder Pilze) übertragen werden. Gründliches Waschen nach dem Geschlechtsverkehr beseitigt also nicht nur den Geruch, sondern trägt auch dazu bei, gesund zu bleiben. Aber natürlich ist das kein sicherer Weg, um einer Ansteckung – vor allem gegen ernsthafte Krankheiten – aus dem Weg zu gehen. Wenn Sie sich nicht wirklich sicher sind, dass weder Sie noch Ihr Partner Krankheiten übertragen können, gilt: immer mit Kondom!
Einige sexuell übertragbare Krankheiten wie Pilzinfektionen verlaufen harmlos und können mit den richtigen Medikamenten in wenigen Tagen behandelt werden. Andere sind sehr viel gefährlicher – und können Ihr Leben für immer beeinträchtigen:
HIV-Infektion/Aids
Aids (die Abkürzung für den englischen Ausdruck „acquired immunodeficiency syndrome“, auf Deutsch „erworbenes Syndrom eines Immundefekts“) ist die gefährlichste aller sexuell übertragbaren Krankheiten. Das HI-Virus (HIV - englisch für „human immunodeficiency virus“) greift das Abwehrsystem des Körpers an und zerstört es. Dadurch kann sich der Körper nicht mehr ausreichend vor Infekten schützen. Die Erreger befinden sich in allen Körperflüssigkeiten, vor allem im Sperma und im Blut. Je früher die Diagnose einer HIV-Infektion gestellt wird, desto besser sind Ärzte heute in der Lage zu helfen. Es gibt inzwischen Medikamente, die die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung verlängern. Aber heilbar ist Aids nicht. Der einzige Schutz vor Aids ist das Kondom. Deshalb sollten Sie einen neuen Partner bitten, einen Aidstest zu machen, bevor Sie auf das Kondom verzichten. Umgekehrt ist es natürlich nur fair, wenn Sie auch einen Test machen lassen. Aidstests kann man in vielen Einrichtungen machen lassen: Die meisten Gesundheitsämter und einige Aids-Beratungsstellen bieten kostenlose Tests an. Dafür wird Ihnen Blut abgenommen und auf HI-Viren untersucht. Das geschieht auf Wunsch auch anonym – das heißt: ohne dass Sie Ihren Namen angeben. Natürlich kann man den Test auch beim Arzt durchführen lassen, aber das geht nur in Ausnahmefällen auf Kosten der Krankenkasse. Am besten erkundigen Sie sich einfach vorab telefonisch in der Praxis danach. Auch die Kirche hat Aids-Beratungsstellen, die zum Teil Tests anbieten.
HPV /(Humane Papilloma-Virus)- Infektion
Humane Papilloma-Viren (HPV) sind echte Undercover-Agenten. Sie nisten sich in Ihrem Körper ein und schlummern dort, ohne dass Sie etwas davon merken. Irgendwann können sie aktiv werden und verursachen dann Gewebeveränderungen am Ausgang der Gebärmutter. Unbehandelt können sich diese Wucherungen zu Gebärmutterhalskrebs weiterentwickeln.
Das Risiko, sich mit HPV bei einer infizierten Person durch Geschlechtsverkehr anzustecken, ist sehr hoch – auch schon beim „ersten Mal“. Zwar bieten Kondome einen gewissen Schutz, dennoch garantiert ihre Verwendung keine absolute Sicherheit vor der Ansteckung.
In Deutschland können Sie sich zum Schutz vor einer HPV-Infektion vorbeugend impfen lassen. Die Impfstoffe verhindern die Ansteckung mit verschiedenen HPV-Typen. Offiziell empfohlen ist die HPV-Impfung in Deutschland seit März 2007 für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.


