Fragen und Antworten
Welche Fragen wird mein Arzt mir stellen, um mir bei der Wahl des für mich am besten geeigneten Verhütungsmittels zu helfen?
Die meisten gesunden Frauen können Pillen zur Schwangerschaftsverhütung anwenden. Allerdings sollten Frauen in bestimmten Fällen aus gesundheitlichen Gründen nicht die Pille einnehmen. Während des Beratungsgesprächs wird Ihnen Ihr Arzt einige Fragen stellen müssen, um mit Ihnen gemeinsam mögliche Risikofaktoren auszuschließen. Diese Fragen können unter anderem lauten:
- Rauchen Sie?
- Wie groß sind Sie?
- Wieviel wiegen Sie?
- Welche Erkrankungen hatten Sie bereits?
- Wurde bei Ihnen jemals eine größere Operation durchgeführt? Wenn ja, welche?
- Welche Medikamente nehmen Sie ein?
- Hatten Sie oder Ihre Eltern jemals irgendwelche ernsthaften Erkrankungen, wie Kreislauferkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Thrombosen? Wenn ja, in welchem Alter?
Was sollte ich über Kombinationspillen wissen?
Im Allgemeinen sollte die Kombinationspille an jedem Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden. Nur Sie und Ihr Arzt können entscheiden, ob Kombinationspillen das Richtige für Sie sind.
Sie sollten wissen, dass einige Medikamente, wie beispielsweise Antibiotika oder Medikamente, die im Gehirn wirken (wie Antiepileptika, Antidepressiva, Halluzinogene, Beruhigungsmittel, Antipsychotika und angstlösende Mittel), die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigen können. Dasselbe gilt bei schweren Durchfällen oder bei Erbrechen innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme der Pille, da deren Wirkstoffe normalerweise erst nach diesem Zeitraum vollständig vom Körper aufgenommen wurden. Diese Situation ist ähnlich wie das Vergessen einer Kombinationspille. Die Packungsbeilage gibt Auskunft darüber, was Sie in solchen Fällen unternehmen sollten. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Welche möglichen Nebenwirkungen gibt es im Zusammenhang mit der Einnahme der Kombinationspille?
Niedrig-dosierte Kombinationspillen, die Östrogen und Gestagen enthalten, werden von den meisten Frauen gut vertragen. Als leichte Nebenwirkungen können zum Beispiel Kopfschmerzen, Brustspannen, Schmierblutungen zwischen den Menstruationsperioden oder Gewichtszunahme auftreten. Venöse und arterielle Thrombosen sowie Thromboembolien sind zwar selten oder sehr selten, können jedoch als ernste Komplikationen im Zusammenhang mit der Einnahme der Kombinationspille vorkommen. Aus diesem Grund ist es für Sie wichtig, Ihr persönliches Thromboserisiko und die Möglichkeit anderer Nebenwirkungen gemeinsam mit Ihrem Arzt einzuschätzen.
Was ist eine Thrombose?
Thrombose ist der medizinische Ausdruck für eine vaskuläre (die Blutgefäße betreffende) Erkrankung, bei der sich in einer Vene oder Arterie ein Blutgerinnsel (Thrombus) bildet und diese verstopft. Diese Pfropfenbildung kann das Ergebnis einer Beschädigung der Gefäßinnenwand, einer Störung des körpereigenen Blutgerinnungssystems oder der Blutzirkulation sein. Eine Thrombose kann in jedem Blutgefäß auftreten, besonders aber in den tiefliegenden Venen der Beine oder des Beckens. Eine sehr gefährliche Situation entsteht, wenn sich das Gerinnsel im tiefgelegenen Venensystem losreißt, mit dem Blutstrom durch das Herz und in diejenigen Arterien gespült wird, die die Lungen versorgen, und dann eine der Haupt-Lungenarterien verstopft (Thromboembolie). So kann eine Lungenembolie (Blockade einer Lungenarterie) entstehen, die potentiell lebensbedrohlich ist. Arterielle Thrombosen sind wesentlich seltener als venöse Thrombosen.
Welches sind die Symptome einer venösen Thrombose?
Mögliche Symptome eine venösen Thrombose/Thromboembolie sind unter anderem:
- Einseitige Schwellung des Beines oder entlang einer Beinvene
- Schmerzen oder Spannungen im Bein. Diese können unter Umständen nur beim Stehen oder Gehen auftreten; das betroffene Bein fühlt sich wärmer an, die Haut des Beines ist gerötet oder verfärbt
- Plötzliches Auftreten von Atemnot und beschleunigter Atmung ohne erkennbaren Grund
- Plötzlich auftretender Husten (möglicherweise auch Bluthusten)
- Scharfer Brustschmerz, der sich beim tiefen Atmen möglicherweise verstärkt
- Angstgefühl
- Starke Benommenheit oder Schwindel
- Stark beschleunigter oder unregelmäßiger Puls
Welches sind die Symptome einer arteriellen Thrombose?
Zu den Symptomen einer arteriellen Thrombose gehören unter anderem:
Bei einem Schlaganfall:
- Plötzliche Taubheit oder Schwäche im Gesicht, in einem Arm oder Bein, meist in nur einer Körperhälfte
- Plötzliche Verwirrtheit, Sprach- oder Verständnisstörungen
- Plötzliche Sehstörungen auf einem oder beiden Augen
- Plötzlicher Schwindel, Gleichgewichts- oder Koordinationsverlust oder Schwierigkeiten beim Gehen
- Plötzliche heftige oder ungewöhnlich langandauernde Kopfschmerzen ohne erkennbaren Grund
- Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall
Andere möglicherweise auftretende Anzeichen für einen Gefäßverschluss sind: plötzlicher Schmerz, Anschwellen und Verfärbung einer Extremität, akutes Abdomen.
Bei einem Myokardinfarkt:
- Schmerzen, Unwohlsein, Druck-, Schwere-, Enge- oder Völlegefühl in der Brust, im Arm oder hinter dem Brustbein
- In den Rücken, Kiefer, Kehle, Arm oder Magen austrahlende Beschwerden
- Völlegefühl, Beschwerden im Verdauungsapparat oder Erstickungsgefühl
- Schweißausbruch, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel
- Extreme Schwäche, Angst oder Kurzatmigkeit
- Stark beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag
Sollten Sie eines dieser Symptome bei sich feststellen, verständigen Sie sofort Ihren Arzt oder einen Notarzt - besonders wenn es keine andere naheliegende Erklärung für sie gibt.
Wie kann eine Thrombose behandelt werden?
Wenn sie frühzeitig diagnostiziert wird, besteht eine gute Chance, dass eine Thrombose/Thromboembolie erfolgreich behandelt werden kann. Die Behandlung kann die Gabe von Medikamenten beinhalten, die das Blut verdünnen, so dass sich das Blutgerinnsel auflöst und weitere Schäden verhindert oder abgemildert werden.
Welches individuelle Risiko habe ich infolge der Einnahme der Pille eine venöse Thrombose zu entwickeln?
Thrombosen sind eine seltene Nebenwirkung von hormonellen kombinierten Kontrazeptiva (zum Beispiel der Pille, des Vaginalrings oder des Pflasters), die Östrogene und Gestagene enthalten:
- Von 10.000 Frauen im gebärfähigen Alter, die zur Verhütung keine Kombinationspille einnehmen, erleiden pro Jahr zwischen 3 und 4,5 eine venöse Thrombose/Thromboembolie [1]
- Von 10.000 Frauen, die die Kombinationspille einnehmen, erleiden pro Jahr 8 bis 10 eine venöse Thrombose/Thromboembolie [1]
- Während einer Schwangerschaft oder in den Wochen nach der Geburt ist das Risiko allerdings noch höher. Einer Studie [2] zufolge erleiden von 10.000 Frauen dieser Gruppe pro Jahr zwischen 20 und 30 eine venöse Thrombose/Thromboembolie.
Da das Thromboserisiko bei jeder Frau anders ist, reden Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt über Ihre individuelle Situation.
Wodurch erhöht sich das Risiko einer Thrombose / Thromboembolie?
Bevor Sie mit der Einnahme der Pille beginnen, wird Ihr Arzt Sie über Ihren gegenwärtigen und früheren Gesundheitszustand sowie über Ihre und die in Ihrer Familie vorkommenden Risikofaktoren befragen. In vielen Fällen liegen bei Frauen, die die Kombinationspille einnehmen und eine venöse Thrombose/ Thromboembolie erleiden, einer oder mehrere der folgenden Risikofaktoren vor:
- Genetische (ererbte) Thromboseneigung
- Übergewicht
- Längere Immobilität (z.B. aufgrund von Operationen, Unfällen oder Langstreckenflügen)
- Höheres Lebensalter
Zu den persönlichen Risikofaktoren für eine arterielle Thrombose gehören z.B.:
- Rauchen
- Höheres Lebensalter
- Hoher Cholesterinspiegel
- Diabetes
- Bluthochdruck
- Migräne mit Aura
- Übergewicht
- Persönliche oder in der Familie vorkommende Thromboseneigung
- Herzklappenerkrankungen
- Vorhofflimmern
Im Allgemeinen erhöhen alle Kombinationspräparate zur Empfängnisverhütung (beispielsweise die Kombinationspille, das Pflaster oder der Ring) das Thromboserisiko, unabhängig von der Marke oder ihren Inhaltsstoffen. Es ist auch bekannt, dass bei allen Verhütungspillen das Risiko einer venösen Thrombose/Thromboembolie im ersten Jahr der Einnahme am höchsten ist. Reden Sie mit Ihrem Arzt, um festzustellen, welche Methode der Empfängnisverhütung für Sie die richtige ist. Sie sollten Ihren Arzt auch informieren, wenn neue Risikofaktoren entstehen, beispielsweise wenn Sie neue Medikamente einnehmen oder wenn es Änderungen Ihrer Krankengeschichte gibt (z.B. neu diagnostizierte Erkrankungen, geplante Operationen), nachdem Sie sich für eine Verhütungsmethode entschieden haben.
Entnehmen Sie die vollständige Auflistung der möglichen Nebenwirkungen und Risikofaktoren dem Beipackzettel in Ihrer Pillenpackung. Klären Sie alle offenen Fragen mit Ihrem Arzt.
Führt Bayer ausreichende Forschungen bezüglich der Wirkung seiner Verhütungspillen durch?
Verschreibungspflichtige Medikamente, zu denen auch Verhütungspillen gehören, müssen sich als sicher, wirksam und verträglich erwiesen haben, ehe sie für die Allgemeinheit auf dem Markt erhältlich sind. Nach der Markteinführung von kürzlich zugelassenen niedrigdosierten Kombinationspillen wurden unter Realbedingungen Studien bezüglich der Sicherheit durchgeführt. Um genau zu sein, es wurden von Bayer zwei große Studien in Auftrag gegeben und finanziert (die Studien EURAS und Ingenix), die dann von unabhängigen Forschungseinrichtungen durchgeführt wurden.
Der Aufbau der Studien war das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden in Europa und den USA. Der Umfang und der Aufbau der beiden Studien ermöglichte Vergleiche zwischen verschiedenen Kombinationspillen. Beide Studien betrachteten unter dem Sicherheitsaspekt die Auswirkungen verschiedener Kombinationspillen, die verschiedene Gestagene enthalten, auf das Herz und das Gefäßsystem.
An der EURAS- und der Ingenix-Studie nahmen über 120.000 Frauen teil. Die Ergebnisse der Studien waren:
- dass venöse Thromboembolien bei Frauen, die niedrigdosierte Kombinationspillen einnehmen, selten sind und
- dass das Risiko einer venösen Thromboembolie bei Frauen, die niedrigdosierte Kombinationspillen einnehmen, niedriger ist als das Risiko, das mit einer Schwangerschaft und der anschließenden Geburt einhergeht.
Die EURAS- und die Ingenix-Studie zeigen, dass das Risiko einer venösen Thromboembolie bei allen untersuchten Kombinationspillen ähnlich ist, einschließlich derer, die die Gestagene Levonorgestrel und Drospirenon enthalten.
[1] Dinger et al., in: Contraception 2007
[2] Heit, in: Annals of Internal Medicine, 2005


